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Hubmethoden für Raumfachwerke: So werden weitgespannte Dächer errichtet

Veröffentlicht am Kategorie: Raumfachwerke
Hubmethoden für Raumfachwerke: So werden weitgespannte Dächer errichtet

Die meisten weitgespannten Raumfachwerkdächer werden nicht in der Höhe gebaut. Sie werden vollständig am Boden montiert und anschließend mit schweren Kränen in ihre endgültige Position gehoben. Diese Raumfachwerk-Hubmethode ist schneller, sicherer und deutlich genauer als der Aufbau auf temporären Gerüsten — und so entsteht ein Großteil der Stadien, Flughäfen und Ausstellungshallen weltweit.

Warum heben statt gerüsten

Eine 60 oder 100 Meter große Spannweite einzurüsten erfordert wochenlange Arbeit in der Höhe, erhöht das Risiko für die Crew und treibt die Projektkosten in die Höhe. Die Montage am Boden verwandelt ein komplexes 3D-Tragwerk dagegen in eine überschaubare Vorfabrikation:

  • Die Arbeiter bleiben in Bodennähe, was Sicherheit und Aufsicht verbessert.
  • Jede Schraube, Schweißnaht und Lackausbesserung lässt sich leichter prüfen und korrigieren.
  • Kräne können die fertige Struktur in einem einzigen, kontrollierten Hub platzieren.

Der Nachteil: Das montierte Raumfachwerk muss den Hub selbst tragen können. Deshalb wird das Hubkonzept in modernen Projekten von Anfang an in die Tragwerksplanung integriert.

Bodenmontage

Der typische Ablauf:

  1. Endposition des Daches auf der Bodenplatte einmessen und markieren.
  2. Das zweischichtige Raumfachwerk als flaches oder vorgekrümmtes Element auf temporären Stützen direkt unter seiner Endposition zusammenbauen.
  3. Anschlagpunkte, Traversen und Halteleinen an den Knoten befestigen.
  4. Vor dem Hub einen Probebelastungstest und eine Geometriekontrolle durchführen.
  5. Die Struktur mit einem oder mehreren Kränen heben und dabei nach Bedarf drehen und ausrichten.
  6. Auf endgültigen Stützen oder Lagern absetzen und die Verbindungen verschrauben.

Bei sehr schweren oder breiten Strukturen kann das Raumfachwerk in mehrere große Segmente geteilt werden, die einzeln gehoben und in der Höhe verbunden werden. Diese segmentweise Hubmethode hält jeden Kranhub innerhalb sicherer Grenzen.

Kranauswahl

Der Kran muss auf die ungünstigste Kombination folgender Faktoren ausgelegt sein:

  • Gesamthubgewicht inklusive Anschlagmittel,
  • Abstand vom Kranmittelpunkt zum Schwerpunkt des Raumfachwerks,
  • erforderliche Höhe über umliegenden Gebäuden oder Bauwerken,
  • zulässige Windgeschwindigkeit zum Zeitpunkt des Hubs.

Für die meisten Architekturprojekte im Bereich von 50–150 Tonnen reicht ein einziger schwerer Mobilkran. Größere Hübe — etwa Dächer der 200-Tonnen-Klasse — erfordern in der Regel einen Raupenkran oder einen Tandemhub mit zwei Kränen, die sich die Last über eine eigens konstruierte Traverse teilen.

Sicherheitsaspekte

Ein Raumfachwerk-Hub ist eine kritische Operation. Zur Best Practice gehören ein schriftlicher Hubplan, unterschrieben vom Tragwerksplaner und Kranführer, ein Probelhub auf 0,5 m zur Kontrolle der Balance, Sperrbereiche entlang des Lastwegs und eine Echtzeit-Überwachung der Windgeschwindigkeit. Nach dem Absetzen wird die Struktur mit temporären Abspannungen gesichert, bis die endgültigen Verbindungen fertig sind.

Ein reales Hubprojekt ansehen

Mettalik hat weltweit Raumfachwerke mit der Bodenmontage-Methode errichtet. Sehen Sie sich die vollständige Hubsequenz auf unserer Projektseite zum Heben eines Raumfachwerks an.